Adumá
Saxophonquartett

Programme

Acht Jahreszeiten
mit Thomas Möckel, Klavier

Die wohl bekanntesten Konzerte Antonio Vivaldis, die Jahreszeiten, sind die ersten von insgesamt zwölf Konzerten, die 1725 unter dem Titel „Il Cimento dell’ Armonia e dell’ Invenzione („der Wettstreit zwischen Harmonie und Einfall“) erschienen. Adumá setzt die vier im Original für Violine, Streichorchester und Basso continuo komponierten Werke in Kontext mit der Tango-Suite Vier Jahreszeiten von Astor Piazolla, dem Meister des Tango Nuevo. Die teilweise sehr bildlichen Kompositionen Vivaldis kommen durch die ungewöhnliche Instrumentierung mit den vier Saxophonen besonders gut zur Geltung, wobei jede Jahreszeit einem der Saxophone zugeordnet ist. Sonette aus der Feder des Komponisten illustrieren und ergänzen das Geschehen in der Musik. So entfalten sich vor dem Zuhörer die Erscheinungen der Jahreszeiten, während das Jahr voranschreitet: Heftige Stürme und sanfte Winde, Gewitterdonnern, murmelnde Quellen und Vogelgesang, ein Hirtentanz, eine Jagd und der Schlaf eines Betrunkenen, die ihre südamerikanische Widerspiegelung in Piazzollas Tangomelodien finden.







Antonio Vivaldi (1678-1741)
Le quattro stagioni – Die vier Jahreszeiten

Astor Piazzolla (1921-1991)
Cuatro estaciones porteñas – Vier Jahreszeiten in Buenos Aires

Mit Texten von Antonio Vivaldi




Klangwelten: Minimal Music und Tango Nuevo

Minimal Music und Tango Nuevo – zwei Stilrichtungen, die im Zwischenbereich von Avantgarde und traditioneller Musik wandeln und dabei vom Jazz ebenso gestreift werden wie von Einflüssen der Neuen Musik. 

Zurückgreifend auf indische Musiktraditionen konzentriert sich die Minimal Music vor allem auf den Klang: durch eine Reduzierung des musikalischen Materials auf wenige Elemente und die Überlagerung gegensätzlicher Klangebenen. Der Tango Nuevo wiederum verknüpft die Leidenschaft und Sehnsucht, Erotik und Heftigkeit des traditionellen argentinischen Tangos mit der Harmonie- und Tonsprache der europäischen Kunstmusik und des Jazz.

In seinem Programm wagt das Adumá Saxophonquartett die Verbindung dieser beiden Musikstile.




Astor Piazzolla (1921-1992)
Fugata (aus: Silfo y Ondina No. 2)

Philipp Glass (* 1937)
Saxophonquartett

Timothy Blinko (* 1965)
Sculptures

Graham Lynch (* 1957)
The Pale Dancer. Tangos for Saxophone Quartet

Thierry Escaich (* 1965)
Tango virtuoso

Michael Nyman (* 1944)
Songs for Tony


Von Anfang an ...

In diesem Programm rückt Adumá Originalkompositionen für Saxophonquartett in den Mittelpunkt. Von dem Belgier Adolphe Sax 1846 zum Patent angemeldet, weckte das Saxophon als Verbindung zwischen Holz- und Blechblasinstrumenten schon früh das Interesse namhafter Komponisten wie Hector Berlioz, Georges Bizet, Maurice Ravel, Richard Strauss und Paul Hindemith. Lange, bevor das Instrument seinen Weg in die breite Öffentlichkeit fand, entstanden insbesondere in der französischen Romantik Originalkompositionen für Saxophonquartett.

Adumá gibt in seinem Konzertprogramm einen kurzen Abriss von den Anfängen dieser Besetzung bis in die Gegenwart - beginnend bei einem der ältesten erhaltenen Originalwerke aus der Romantik von Caryl Florio aus dem Jahr 1879, bis in die Mitte der 1990er Jahre mit Kompositionen im minimalistischen Stil.



Caryl Florio (1843-1920)
Quartett (Allegro de Concert)

Paul Pierné (1874-1952)
Trois Conversations

Kjell Roikjer (1901-1999)
Divertimento No. 6

Giacomo Puccini (1858-1924)
Crisantemi

Erland von Koch (1910-2009)
Cantilena e Vivo

Jean Francaix (1912-1997)
Suite

Timothy Blinko (* 1965)
Sculptures I-III


La Romance pour Saxophone - Das Saxophon in der Romantik

Bereits kurz nach der Erfindung des Saxophons - von dem Belgier Adolphe Sax 1846 zum Patent angemeldet - entstanden die ersten Originalkompositionen für die Gattung Saxophonquartett. Vor allem Komponisten der französischen Romantik interessierten sich für die Klangsprache des Instruments, mit der die gefühlvolle Harmonik und Tonalität romantischer Musik in idealer Weise zum Ausdruck gebracht werden kann.

Adumá stellt in seinem Programm die Entwicklung der romantischen und spätromantischen Musik für Saxophonquartett über anderthalb Jahrhunderte vor, die in- und außerhalb Frankreichs stattfand.



Caryl Florio (1843-1920)
Quartett (Allegro de Concert)

Eugène Bozza (1905-1991)
Andante et Scherzo

Paul Pierné (1874-1952)
Trois Conversations

Alfred Desenclos (1912-1971)
Quatuor

Erland von Koch (1910-2009)
Cantilena e Vivo

Raymond Moulaert (1875-1972)
Andante, Fugue et Final

Gabriel Pierné (1863-1937)
Introduction et variations sur une ronde populaire